
Inside Other Spaces. Environments by Women Artists 1956 - 1976
08.09.2023 - 10.03.2024
The group exhibition “Inside Other Spaces. Environments by Women Artists 1956—1976” highlights women’s fundamental contributions to history of environments and presents the work of eleven female artists spanning three generations from Asia, Europe as well as North- and South America: Judy Chicago, Lygia Clark, Laura Grisi, Aleksandra Kasuba, Lea Lublin, Marta Minujín, Tania Mouraud, Maria Nordman, Nanda Vigo, Faith Wilding, and Tsuruko Yamazaki.
The term “environment” goes back to 1949 and was first used by Italian-Argentinian artist Lucio Fontana to describe his experimental new artworks, marked by a progressive and unconventional nature. In fact, environments are at the threshold between art, architecture, and design, they create and transform space. Their immersive and playful character invite the public to enter, engage, and interact with them. They quickly became a major feature in the international art world, yet so far, their historiography centres almost exclusively on the United States, and partially Europe, as well as on the works of male artists. Since most environments were deconstructed right after their display, “Inside Other Spaces” is the first show of its kind ever realised, reconstructing these immersive artworks, with the help of a network of researchers and conservators, and based on archival material and heterogeneous sources such as photographs, architectural plans, articles and reviews. The period goes from Tsuruko Yamazaki’s Red (Shape of Mosquito Net), 1956, up to 1976, the first historic review of environments, in the exhibition “Ambiente/Arte” by curator Germano Celant at the XXXVII Venice Biennale. The outcome of a three-year research process, the exhibition aims to signpost a different historiography, allowing for multiple, delocalised narratives through the lens of women artists, thereby bridging the gap between then and now.
“Inside Other Spaces” looks to re-examine stories and histories and to highlight those that are missing from historic narratives. The exhibition reframes the artistic canon by presenting women’s fundamental role in the development of environments, which have gone on to have a lasting impact in the field of visual art.
Curated by Andrea Lissoni and Marina Pugliese with Anne Pfautsch.
WangShui. Window of Tolerance
08.09.2023 - 14.04.2024
WangShui (b. 1986, USA) works in video, installation and painting to explore the intimacies of human-machine entanglement. Bridging the virtual and the corporeal, the exhibition at Haus der Kunst constitutes a live experiment exploring the ways in which technology transforms human consciousness.
“Window of Tolerance” integrates human behaviour and artificial intelligence to question the everyday structures of our perception. The first gallery presents works hand etched into aluminium and painted with oil.
The paintings are created in a process WangShui describes as “sensory integration” where AI is utilized to evolve a dataset of the artist’s original works. Through these recursive learning loops, WangShui embodies the algorithms while painting and develops a visual language together with the AI. The new paintings on display in the exhibition relate to the live simulation Certainty of the Flesh in the second room.
The video simulation work is operated by programmed neural networks and models a posthuman reality show in real time. The shapeshifting avatars behaviours are conditioned, yet undetermined. WangShui and their collaborators produced the entire dataset of movements and sounds for the AI that now drives the fictional narrative displayed across multiple LED screens.
“Window of Tolerance” is WangShui’s first institutional solo exhibition in Europe. The work produced for Haus der Kunst sets a new standard in artistic co-creation between humans and AI.
Curated by Sarah Johanna Theurer and Teresa Retzer.
WangShuis work opens windows into virtual worlds. It is programmed in diagolgue with “Inside Other Spaces” and presents a contemporary perspective on the historic format of Environments.
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In anderen Räumen. Environments von Künstlerinnen 1956 - 1976
08.09.2023 - 10.03.2024
Die Gruppenausstellung „In anderen Räumen. Environments von Künstlerinnen 1956—1976“ beleuchtet die grundlegenden Beiträge von Frauen zur Geschichte der Environments. Es werden die Arbeiten von elf Künstlerinnen aus drei Generationen Asiens, Europas sowie Nord- und Südamerikas präsentiert: Judy Chicago, Lygia Clark, Laura Grisi, Aleksandra Kasuba, Lea Lublin, Marta Minujín, Tania Mouraud, Maria Nordman, Nanda Vigo, Faith Wilding, und Tsuruko Yamazaki.
Der Begriff „Environment“ geht auf das Jahr 1949 zurück und wurde erstmals vom italienisch-argentinischen Künstler Lucio Fontana verwendet, um seine experimentellen neuen Kunstwerke zu beschreiben, die sich durch einen progressiven und unkonventionellen Charakter auszeichnen. Environments befinden sich an der Schwelle zwischen Kunst, Architektur und Design; sie kreieren und verändern den Raum. Ihr immersiver und spielerischer Charakter lädt das Publikum dazu ein, sie zu betreten, sich auf sie einzulassen und mit ihnen zu interagieren. Auch wenn Environments schnell zu einem wichtigen Bestandteil der internationalen Kunstwelt wurden, konzentriert sich ihre Geschichtsschreibung bisher fast ausschließlich auf die Vereinigten Staaten und teilweise auf Europa sowie auf die Werke von Künstlern.
Da die meisten Environments unmittelbar nach ihrer Präsentation dekonstruiert wurden, werden sie für die Ausstellung am Haus der Kunst mit Hilfe eines Netzwerks von Forscher*innen und Restaurator*innen und auf der Grundlage von Archivmaterial und verschiedenen Quellen wie Fotos, Architekturplänen, Artikeln und Rezensionen rekonstruiert. Das macht „In anderen Räumen“ zur ersten jemals realisierten Ausstellung dieser Art. Der Ausstellungszeitraum beginnt 1956 mit Tsuruko Yamazakis 赤(蚊帳状立体作品) (Red (Shape of Mosquito Net)) und endet 1976, dem Zeitpunkt des ersten historischen Überblicks über die immersiven Kunstwerke in der Ausstellung „Ambiente/Arte“ des Kurators Germano Celant auf der XXXVII Biennale von Venedig. „In anderen Räumen“ ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprozesses und zielt darauf ab, eine andere, delokalisierte Geschichtsschreibung durch die Präsentation von Künstlerinnen aufzuzeigen. Dadurch soll die Kluft zwischen damals und heute überbrückt werden.
„In anderen Räumen“ versucht Geschichten und Erzählungen neu zu untersuchen und diejenigen hervorzuheben, die in historischen Schilderungen fehlen. Die Ausstellung stellt den künstlerischen Kanon auf den Kopf, indem sie die grundlegende Rolle der Frauen bei der Entwicklung von Environments aufzeigt, die einen nachhaltigen Einfluss auf die bildende Kunst haben.
Kuratiert von Andrea Lissoni und Marina Pugliese mit Anne Pfautsch.
WangShui. Toleranzfenster
08.09.2023 - 14.04.2024
WangShui (geb. 1986, USA) arbeitet mit Video, Installation und Malerei um die intimen Verflechtungen von Menschen und Maschinen zu erkunden. Die Ausstellung „Toleranzfenster“ am Haus der Kunst verbindet virtuelle und reale Räume. Im Live-Experiment erprobt sie, wie Technologien das menschliche Bewusstsein beeinflussen.
„Toleranzfenster“ integriert menschliches Verhalten und Künstliche Intelligenz. Der erste Raum zeigt Malereien, die WangShui von Hand mit Sandpapier und Ölfarben auf reflektierendes Aluminium malt. Die Malereien entstehen in einem Prozess den WangShui als „sensorische Integration“ beschreibt. Eine KI verarbeitet dabei einen Datensatz der ausschließlich aus Malereien von WangShui besteht. Durch diese rekursiven Lernschleifen verkörpert WangShui beim Malen den Algorithmus und entwickelt eine künstlerische Handschrift gemeinsam mit der KI. Die neuen Malereien, die in der Ausstellung zu sehen sind greifen Motive aus der Live-Simulation Certainty of the Flesh im zweiten Raum auf.
Die in Echtzeit entstehende Videoarbeit wird von programmierten Neuronalen Netzen gesteuert und simuliert eine posthumane Reality-Show. Die Avatar-Charaktere sind in ständiger Veränderung begriffen; ihr Verhalten ist konditioniert, aber unvorhersehbar. Ein von WangShui generierter Datensatz von Bewegungen und Geräuschen bildet die Grundlage für die Handlung, die fragmentiert auf mehreren LED-Bildschirmen zu sehen ist.
„Toleranzfenster“ ist die erste institutionelle Einzelausstellung von WangShui in Europa und setzt mit der für das Haus der Kunst produzierten Auftragsarbeit einen neuen Maßstab in der künstlerischen Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI.
Kuratiert von Sarah Johanna Theurer und Teresa Retzer.
WangShuis Werk öffnet Fenster in virtuelle Welten. Es wird im Dialog mit „In Andere Räumen" ausgestellt und präsentiert eine zeitgenössische Perspektive auf die Kunstform der Environments.
